Wetten auf die Fußball-WM 2026 – was bleibt vom Turnier, was ändert sich für die nächste Auflage

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist gespielt. Zwischen dem 11. Juni und dem 19. Juli 2026 standen in Kanada, Mexiko und den USA 104 Spiele auf dem Programm, 48 Nationen nahmen teil, Spanien besiegte im Finale Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung, und Kylian Mbappé beendete das Turnier als Torschützenkönig mit zehn Toren. Märkte sind damit abgerechnet, Quoten haben sich in Ergebnisse verwandelt, und die Spielerinnen und Spieler in Deutschland blicken auf ein Turnier zurück, das in mehrfacher Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt hat – nicht zuletzt bei der Größe des Feldes und der Zahl der Partien.

Ein Fußballstadion bei Nacht aus großer Entfernung, hell erleuchtet unter Flutlicht, davor eine dunkle Straße und Bäume.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wurde vom 11. Juni 2026 bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA mit 48 Nationen und 104 Spielen ausgetragen.

Wer heute noch nach „WM 2026 wetten“ sucht, sucht aus zwei Gründen: Die einen wollen wissen, wie das Turnier verlief und was die Quoten im Nachhinein aussagen. Die anderen richten den Blick schon nach vorn und fragen sich, was sich bei der nächsten Auflage ändert – wo gewettet werden darf, welche Wettarten die deutsche Regulierung erlaubt und welche Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen.

Stand der Daten: 18.10.2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.

Die zehn Anbieter im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach einem einzigen Kriterium: ihrem Eintrag in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Nur wer dort mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, darf in Deutschland legal Sportwetten anbieten. Die Spalte zur Erlaubnis nennt die ausstellende Behörde und das Datum der Erst- sowie der Folgeerlaubnis, soweit die Whitelist eines ausweist. Die Spalte zum Sportwetten-Status hält fest, seit wann die Erlaubnis besteht – nicht, wann sie endet, denn die Whitelist führt kein Enddatum.

Ein Fußball auf frisch gemähtem Rasen im Morgenlicht, daneben ein Paar Fußballschuhe ohne erkennbare Marke.
Im WM-Finale 2026 am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford (New Jersey) besiegte Spanien Argentinien mit 1:0 nach Verlängerung und gewann seinen zweiten WM-Titel.
Anbieter GGL-Whitelist und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
NEO.bet Whitelist-Eintrag für NEO.bet; Inhaberin Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
bet-at-home Whitelist-Eintrag für Bet-at-home.de; Inhaberin Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
VBet Whitelist-Eintrag für Vbet.de; Inhaberin SCGO Limited 05.12.2023
Sportwetten.de Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de; Inhaberin NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bpremium Whitelist-Eintrag für Bpremium.de; Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Sportingbet Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de; Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
LeoVegas Whitelist-Eintrag für Leovegas.de; Inhaberin LVSports Limited 21.10.2024
Tipico Whitelist-Eintrag für Tipico.de; Inhaberin Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
ODDSET Whitelist-Eintrag für Oddset.de; Inhaberin Oddset Sportwetten GmbH (RP Darmstadt, 15.12.2022) 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Betano Whitelist-Eintrag für Betano.de; Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022

Die Namen, die in der Tabelle stehen, sind die offiziellen Betreiberfirmen, wie sie die Whitelist führt – nicht ein Handelsname allein. Wer prüfen will, ob ein Anbieter heute noch erlaubt ist, geht auf die Whitelist der GGL und vergleicht Domain und Inhaberin. Wer dort nicht steht, wirbt in Deutschland ohne Erlaubnis – auch wenn die Seite einen bekannten Namen trägt und im EU-Ausland eine Lizenz besitzt.

Was die Weltmeisterschaft 2026 war und warum sie zählt

Das Turnier begann am 11. Juni 2026 im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt und endete am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey. Vierundvierzig Mannschaften mehr als bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, die mit 32 Teams ausgetragen worden war. Die Erweiterung von 32 auf 48 Mannschaften brachte eine Gruppenphase aus zwölf Vierergruppen, gefolgt von einer K.-o.-Runde, die bereits mit einem Sechzehntelfinale begann. Hundertvier Spiele standen auf dem Plan – etwa ein Drittel mehr als vier Jahre zuvor in Katar.

Ein Notizbuch mit handgeschriebenen Zahlen und ein Kugelschreiber liegen auf einem Tisch, daneben ein Smartphone mit schwarzem Bildschirm.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Die sportliche Bilanz: Spanien gewann seinen zweiten WM-Titel nach 2010 und schlug Argentinien im Finale nach Verlängerung. Die Halbfinals hatten Spanien mit 2:0 gegen Frankreich und Argentinien mit 2:1 gegen England entschieden; das Spiel um Platz drei am 18. Juli 2026 in Miami Gardens endete 4:6 für England gegen Frankreich. Kylian Mbappé führte die Torschützenliste mit zehn Toren an – nach acht Toren bei der WM 2022, als Argentinien gegen Frankreich im Elfmeterschießen gewann.

Diese Zahlen sind Endstand. Was davon ins Geld ging, hängt davon ab, welche Märkte vor dem Turnier standen und wer sie im richtigen Moment annahm. Die Quoten der Buchmacher bildeten vor dem Turnier eine implizite Wahrscheinlichkeit ab – Spanien und Argentinien standen oben, Außenseiter mit geringeren Chancen. Wie Quoten Wahrscheinlichkeiten übersetzen und was die Marge des Marktes dabei verzerrt, ist Thema des Abschnitts zu Wettarten, Quoten und dem Turnierprogramm.

Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt in Deutschland neu. Die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz am Hansering 15 in 06108 Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, überwacht die Inhaber und kann Bußgelder verhängen.

Die Erlaubnis wird nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV erteilt. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist die einzige verlässliche Quelle, um die Erlaubnis zu prüfen. Stand 02.10.2026 listet die Whitelist 30 Einträge – 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten), drei weitere nur für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist gar nichts.

Was hier nicht steht, ist ein Enddatum. Die Whitelist nennt das Datum der Erst- und gegebenenfalls der Folgeerlaubnis – das ist alles. Wer auf eine Folgeerlaubnis wartet, schaut auf einen Eintrag mit zwei Daten. Wer dort mit nur einem Datum steht, hat die Erlaubnis später erhalten, eine Folgeerlaubnis steht noch aus oder die Whitelist führt sie nicht. Beide Fälle sind hier zu sehen.

Was darf überhaupt gewettet werden? Der GlüStV 2021 erlaubt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Nur Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat, sind zulässig (§ 21 Abs. 5). Livewetten sind eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Gesamtergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente gewettet werden, sofern solche Ereignisse in der Sportart selten sind. Nächstes Tor im Fußball ja – es fällt nicht alle zwei Minuten. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball nein. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateursportlern, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Zu E-Sports äußert sich die GGL klar: Wetten auf E-Sports sind in Deutschland nicht möglich, E-Sports ist nicht als Sport anerkannt. Virtuelle Sportwetten: keine gesetzliche Regelung gefunden – über ihre Zulässigkeit schweigt der GlüStV.

Was im Ausland erlaubt ist, zählt in Deutschland nicht. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Bedeutung; die GGL warnt vor Angeboten ohne deutsche Erlaubnis. Am 17. September 2026 hat die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Strafrechtlich: Wer ohne Erlaubnis Sportwetten veranstaltet, macht sich nach § 284 StGB strafbar – bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Wer dafür wirbt, bis zu einem Jahr. Wer mitspielt, bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe (§ 285 StGB). Verfolgungen einzelner Spielerinnen und Spieler sind nicht bekannt.

Eine Frage, die seit Jahren durch die Gerichte geht: Kann man verlorene Einsätze zurückfordern, wenn man bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gespielt hat? Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof diese Frage am 25. Juli 2024 vorgelegt (Az. I ZR 90/23); ein Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit Ausnahme von Fällen, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist noch keine Entscheidung, aber ein deutliches Signal.

Spielerschutz und die Pflichten jedes Anbieters

Spielerschutz ist im GlüStV 2021 nicht Anhängsel, sondern gleichberechtigtes Ziel. Wer in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis hat, ist an eine Reihe von Regeln gebunden, die das Wettverhalten insgesamt betreffen.

Teilnehmen darf, wer 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist ein Konto mit vollständiger Verifizierung verpflichtend (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung – ein Restriktionsrahmen, der die Probezeit kurz und teuer macht. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter, technisch durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter darf für einzelne Personen ein höheres Limit setzen – bis 10.000 €, und für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spielenden bis 30.000 € – aber nur bei nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist verboten (§ 6h, Aktivitätsdatei). OASIS, das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a, wird bei Registrierung und Anmeldung automatisch abgefragt; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der oder die Spielende einen Zeitraum nennt, ansonsten mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angebunden – Selbstsperren wirken dort nicht.

Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem Institut nach dem Geldwäschegesetz erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonymer Prepaid-Karten bei lizenzierten Anbietern den Weg versperrt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen Bedingungen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Wenn das Wettverhalten aus dem Ruder läuft: Die erste Anlaufstelle ist die bundesweite Sperrdatei OASIS, die Selbstsperre ordnet sich dort selbst an. Darüber hinaus steht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Informationen und Hilfsangeboten bereit, ebenso die Sucht- und Jugendberatungsstellen der Länder und Kommunen. Wer den Verdacht hat, dass das eigene Wettverhalten außer Kontrolle gerät, sollte die Hilfsangebote nutzen, bevor die Verluste es erforderlich machen.

Kryptowährungen und anonyme Zahlungen – warum sie bei lizenzierten Anbietern ausfallen

Wer mit Kryptowährungen auf eine Weltmeisterschaft wetten will, hat in Deutschland zwei strukturelle Hindernisse vor sich. Das erste betrifft die Erlaubnis selbst, das zweite das Zahlungsmittel.

Die Erlaubnis: Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anbietet, macht sich strafbar. Eine Curaçao- oder Malta-Lizenz ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Wer seine Wetten bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag platziert, bewegt sich außerhalb des Erlaubten – unabhängig davon, in welcher Kryptowährung er einzahlt.

Das Zahlungsmittel: § 6b Abs. 4 GlüStV lässt nur Einzahlungen von einem Konto auf den eigenen Namen zu. Wer Bitcoin, Ethereum oder Stablecoins einzahlen will, hat kein Konto im Sinne dieser Vorschrift – ein Wallet ist kein Zahlungskonto unter dem Geldwäschegesetz. Die Folge: Einzahlungen in Kryptowährungen sind bei lizenzierten Anbietern in Deutschland nicht möglich, anonyme Prepaid-Lösungen ebenfalls nicht. Was bleibt, sind Offshore-Anbieter mit eigener Lizenz und eigenen Regeln – und ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne deutsche Anlaufstelle bei Problemen.

Wer dennoch auf Krypto-Wetten setzt, sollte sich klarmachen, was er dafür aufgibt: den gesetzlichen Spielerschutz, die zentrale Einzahlungsbegrenzung, die Sperrdatei und das Recht auf Auszahlung ohne Willkür. Der Preis ist nicht die Transaktionsgebühr, sondern der Wegfall jeder deutschen Aufsicht.

Boni und Freiwetten – was ein Willkommensangebot wirklich kostet

Im Glossar jedes Sportwetten-Anbieters steht es glänzend: „100 % Bonus“, „risikofreie Wette“, „Freiwette“. Was fehlt, sind die Bedingungen – und genau dort entscheidet sich, was das Angebot wert ist.

Eine Bonusbedingung wird durch drei Zahlen beschrieben: den Umsatzfaktor (wie oft muss der Bonus oder der Bonus plus Einzahlung durchgespielt werden), die Mindestquote (welche Quoten zählen für die Umsetzung) und die Frist (in welchem Zeitraum muss das geschehen). Beispiel: Wer 100 € Bonus erhält mit der Vorgabe „Bonus 5x bei Mindestquote 1,50 in 30 Tagen“, muss 500 € an qualifizierenden Wetten platzieren – jede Einzelwette mindestens zur Quote 1,50. Wer ein höheres Quotenniveau spielt, schließt den Umsatz schneller, riskiert aber mehr Verlust pro Wette; wer näher an 1,50 bleibt, sichert die Qualifikation und trägt mehr Risiko durch die schiere Zahl der Wetten.

Eine Freiwette – Gratiswette, Freebet – funktioniert anders: Der Einsatz der Freiwette wird im Erfolgsfall in der Regel nicht zurückgezahlt; was bleibt, ist der Reingewinn zur Quote. Beispiel: Eine 10-€-Freiwette auf Quote 3,00 bringt im Erfolgsfall 30 € zurück – 20 € Reingewinn. Der durchschnittliche Wert einer Freiwette liegt darum unter dem Nennwert, weil der Einsatz verfällt. Die exakte Höhe hängt von der Marge des Marktes ab, auf dem die Freiwette platziert wird – auf einem Markt mit niedriger Marge ist die Freiwette mehr wert als auf einem mit hoher.

Eine risikofreie Wette, die als Gratiswette erstattet wird, ist keine Geldrückzahlung – sie verschiebt das Risiko nur in die nächste Wette. Wer das Risiko der Erstwette scheut, trägt es bei der Folgewette. Wer das nicht sieht, hat den Werbeversprechen mehr geglaubt als den Bedingungen.

Der GlüStV 2021 enthält keine Klausel, die Höhe, Umsatz oder Mindestquote eines Sportwetten-Bonus begrenzt. Was ein Anbieter an Boni anbietet, ist seine Sache – geprüft wird er an seinen eigenen Zahlen. Wer ein Angebot annimmt, sollte die Bedingungen lesen, bevor er das erste Mal einzahlt.

Prognosen, Quoten und die Grenzen jeder Vorhersage

Wer vor dem Turnier auf Spanien als Sieger wettete, hatte die niedrigste Quote unter den Favoriten. Wer auf Argentinien setzte, bekam eine etwas höhere Quote. Wer den Außenseiter wählte, bekam Quoten, die den möglichen Gewinn vervielfachten – und die Wahrscheinlichkeit entsprechend klein aussehen ließen.

Wie liest man solche Quoten? Eine Dezimalquote von 2,10 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 47,6 % – 1 / 2,10. Eine Quote von 3,40 entspricht 29,4 %, eine Quote von 3,60 entspricht 27,8 %. Was die Quoten verraten, ist nicht die wahre Wahrscheinlichkeit, sondern die eingepreiste Wahrscheinlichkeit des Marktes – einschließlich der Marge des Anbieters. Addiert man die Kehrwerte aller Quoten, kommt nicht 1,0 heraus, sondern leicht darüber. Beispiel: Kehrwerte 0,476 + 0,294 + 0,278 = 1,048. Auszahlungsanteil = 1 / 1,048 ≈ 95,4 %, Marge ≈ 4,6 %.

Diese Marge ist das, was der Anbieter im Durchschnitt von jeder Wette auf diesem Markt behält. Sie ist ein statistischer Wert – kein Versprechen, dass jede Wette kostet. Auf einem Markt mit 4,6 % Marge verliert ein durchschnittlicher Spielender auf lange Sicht 4,6 Cent pro eingesetztem Euro. Diese Zahl gilt für ein fiktives Beispiel mit den Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 – die reale Marge der Buchmacher auf den Weltmeisterschafts-Favoriten lag im Bereich von etwa 4 bis 6 Prozent, im Einzelfall höher oder niedriger. Wer seinen Einsatz auf viele kleine Wetten verteilt, zahlt mehr Marge, als wenn er wenige große platziert – die Zahl der Wetten zählt.

Was Vorhersagen nicht können: Das Ergebnis eines K.-o.-Spiels vorhersagen. Ein Spiel kann in der 89. Minute kippen, ein Schiedsrichter kann einen Elfmeter geben oder nicht, ein Spieler kann verletzt ausgewechselt werden. Wer eine Wette auf den Turniersieger platziert, hat eine Vorstellung davon, wer wahrscheinlich gewinnt – und einen Einsatz riskiert, der dieses Turnier möglicherweise nicht übersteht. Wer Form, Kader, Verletzungslage und Quote in seine Überlegung einbezieht, schätzt besser als jemand, der nur den Bauch entscheiden lässt. Eine Wette, die aufgrund wahrscheinlicher Stärke platziert wird, ist trotzdem eine Wette – sie kann verlieren, und die Rechnung steht am Ende des Turniers.

Wettarten, Quoten und das Turnierprogramm

Eine Weltmeisterschaft bietet drei große Märkte: den Turniersieger, das Einzelspiel und den Spielerwettbewerb (Torschützenkönig, bester Spieler). Jeder Markt hat eigene Regeln und eigene Margen.

Der Turniersieger ist eine Langzeitwette. Wer auf Spanien vor dem Turnier setzte, sicherte sich eine Quote – und wartete bis zum 19. Juli 2026, um zu erfahren, ob die Wette aufgeht. Die Quoten für den Turniersieger enthalten nicht nur die erwartete Stärke der Mannschaft, sondern auch das Turnierformat: 48 Mannschaften, mehr Spiele, mehr Überraschungen als bei einem 32er-Feld. Wer auf einen Außenseiter setzte, bekam eine hohe Quote – die Wahrscheinlichkeit, dass der Außenseiter das Turnier durchläuft, ist über sieben Spiele und 104 Partien hinweg klein, aber nicht null.

Das Einzelspiel umfasst Märkte wie 1X2 (Sieg/Unentschieden/Sieg in der Verlängerung), Über/Unter (Anzahl der Tore), Handicap (fiktiver Rück- oder Vorsprung) und Ereignisse während des Spiels (nächstes Tor, genaues Ergebnis zur Halbzeit). Die GGL hat den Großteil dieser Märkte freigegeben, mit den genannten Einschränkungen bei Livewetten: nur das Gesamtergebnis oder das nächste seltene Ereignis. Next-Tor-Wetten im Fußball ja, Next-Point-Wetten im Tennis nein, Next-Basket im Basketball nein.

Der Spielerwettbewerb – wer wird Torschützenkönig – ist eine Mischung aus Einzelleistung und Mannschaftsturnier. Bei einer WM 2026, die Spanien gewann und Argentinien im Finale stand, liegt es nahe, dass ein Stürmer aus einer dieser Mannschaften vorne liegt. Mbappé, der Finalist aus dem französischen Team, führte die Liste mit zehn Toren an – trotz des Halbfinal-Ausscheidens. Die Quoten auf den Torschützenkönig bildeten diese Asymmetrie ab.

Was Buchmacher unterschiedlich anbieten, sind die spezifischen Märkte: Betano nennt im App-Store-Auftritt unter anderem Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming von Ligen wie LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL; Sportingbet hält einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten bereit; Tipico bewirbt in der App-Beschreibung „Tipico Cashout“ und Live-Wetten auch während des Fußballspiels. Was jeder dieser Anbieter zum Zeitpunkt eines Spiels tatsächlich anbietet, ist Sache des aktuellen Wettprogramms – und ändert sich mit Saison, Kader und Verfügbarkeit.

Sportwetten werden mit einer Quote angeboten, die der Anbieter festlegt. Diese Quote ist der Bruttoerlös im Erfolgsfall: Einsatz × Quote = Rückzahlung bei Gewinn, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Die Marge, die der Anbieter behält, ist die Differenz zwischen 100 Prozent und der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Beispiel: Bei Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95,4 Prozent – die Marge liegt bei etwa 4,6 Prozent. Bei einer Wette von 10 € zur Quote 2,10 erhält ein erfolgreicher Spielender 21 € zurück; abzüglich des Einsatzes 11,10 € Reingewinn.

Die Anbieter im Einzelnen

NEO.bet

NEO.bet steht mit der Sportwetten-Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 in der Whitelist; Inhaberin ist die Greenvest Betting Limited. Die Seite richtet sich an Spielende, die ein breites Wettprogramm mit deutscher Regulierung erwarten. Wer hier einzahlt, zahlt von einem Konto auf den eigenen Namen – wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, kommt nicht ins Spiel.

bet-at-home

Bet-at-home trägt die Whitelist mit der Erlaubnis vom 02.11.2020 und der Folgeerlaubnis vom 22.12.2022; Inhaberin ist die Bet-at-home.com Internet Limited. Zusätzlich ist eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022 eingetragen – das betrifft das Casinoangebot, nicht die Sportwette. Wer Sportwetten sucht, prüft die Spalte Sport, nicht Spiele.

VBet

VBet steht seit dem 05.12.2023 in der Whitelist und ist damit einer der jüngeren Einträge im deutschen Markt; Inhaberin ist die SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta. Eine Folgeerlaubnis führt die Whitelist für diesen Anbieter derzeit nicht auf.

Sportwetten.de

Sportwetten.de ist mit der Erlaubnis vom 19.11.2020 und der Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 in der Whitelist; Betreiberin ist die NetX Betting Limited. Der Name fällt im Markt oft – wer hinter dem Namen steht, ist die genannte Limited auf Malta.

bpremium

Bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben; die Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis auf den 21.12.2022. Die Nutzungsbedingungen sind in der Fassung vom 3. April 2023 hinterlegt – wer dort liest, achtet auf das Datum der Bedingungen, wenn er eine alte Quelle im Netz findet.

Sportingbet

Sportingbet erscheint mit Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 21.12.2022; Inhaberin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Das Angebot umfasst nach eigenen Angaben einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten, dazu Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.

LeoVegas

LeoVegas steht mit der Erlaubnis vom 21.10.2024 in der Whitelist – die jüngste Erst-Erlaubnis in diesem Vergleich, ohne dokumentierte Folgeerlaubnis; Inhaberin ist die LVSports Limited. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist seit dem 27.02.2023 eingetragen.

Tipico

Tipico ist mit Erlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 09.12.2022 in der Whitelist; Inhaberin ist die Tipico Co. Limited. Die App „Tipico Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten, mit Hinweisen auf Cash Out und Live-Wetten auch während des Spiels. Der Markenname ist im deutschen Markt besonders verbreitet, die Regulierung dieselbe wie bei allen anderen.

ODDSET

ODDSET hat die Erlaubnis vom 18.11.2020 und die Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 vom Regierungspräsidium Darmstadt; Inhaberin ist die ODDSET Sportwetten GmbH. Die ODDSET-Marke ist mit dem deutschen Lotto-System verbunden und steht für ein Angebot, das nicht überall verfügbar ist.

Betano

Betano steht mit Erlaubnis vom 19.02.2021 und Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 in der Whitelist; Inhaberin ist die Betkick Sportsbetting Limited. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten, mit Hinweisen auf Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming.

Wettsteuer – wer sie zahlt und wie sie verrechnet wird

Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16-25 RennwLottG geregelt: 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Auf den ausgezahlten Einsatz gerechnet sind das etwa 5,03 Prozent. Die Steuer ist Sache des Veranstalters (§ 19), nicht der Spielenden.

Was bedeutet das in der Praxis? Die meisten Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab – eine 10-€-Wette kostet effektiv 9,47 € Einsatz, der Gewinn wird von der reduzierten Basis berechnet. Manche Anbieter verzichten auf den Steuerabzug und tragen ihn selbst – ein Wettbewerbsvorteil, aber kein Dauerzustand. Welche Regelung gilt, steht in den AGB des Anbieters.

Die Steuer wird auch von Anbietern ohne deutsche Erlaubnis abgeführt – eine bezahlte Steuer ist kein Beweis für eine Lizenz. Wer auf der Whitelist steht, hat eine Erlaubnis; wer dort nicht steht, hat keine, egal was die Steuerquittung sagt.

Was Werbung darf und was nicht

Wer in Deutschland für Sportwetten wirbt, braucht eine Erlaubnis nach § 5 Abs. 7 GlüStV – wer ohne wirbt, ist strafbar. Für Sportwetten gelten die Werbebeschränkungen des § 5 Abs. 3, 6: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung des Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.

Die 06:00-21:00-Sperre des § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht Sportwetten. Wer abends nach 21 Uhr ein Sportevent schaut, kann legaler Sportwetten-Werbung begegnen; wer dieselbe Uhrzeit für Online-Poker schaut, nicht.

Was nicht im GlüStV steht: kein Verbot von Bonusaktionen, kein Caps auf Bonus-Höhe oder Umsatzfaktor. Wer die Bedingungen eines Bonus lesen will, liest die AGB des Anbieters.

Auszahlung, Verifikation und der Ernstfall

Wer gewinnt, möchte ausgezahlt bekommen. Bei lizenzierten Anbietern in Deutschland läuft das nach klaren Regeln: Auszahlung erst nach offiziellem Ende des Ereignisses, auf ein Konto auf den eigenen Namen, nach vollständiger Verifizierung. Bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Die Verifizierung erfolgt einmal pro Konto. Wer noch in der 72-Stunden-Probezeit ist und gewinnt, kann nicht auszahlen lassen – die Regelung soll verhindern, dass mit geringer Verifizierung und 100 € Einsatz echtes Geld gewaschen wird.

Sperren: Wer sich selbst über OASIS sperrt, kann sich bei keinem deutschen Anbieter mehr anmelden, bis die Sperre abläuft. Wer sich über den Panikbutton für 24 Stunden sperrt, ist für diese Zeit ausgesperrt. Was nicht hilft: ein neues Konto bei einem anderen Anbieter – die Aktivitätsdatei sieht paralleles Spielen und schließt es aus.

Häufige Fragen

Wie wird auf eine Fußball-Weltmeisterschaft gewettet und welche Wettarten gibt es?

Wer auf eine Weltmeisterschaft wettet, kann auf den Turniersieger setzen (Langzeitwette über das gesamte Turnier), auf einzelne Spiele (1X2, Über/Unter, Handicap, genaues Ergebnis zur Halbzeit) und auf Spielerwettbewerbe wie den Torschützenkönig. Eine Einzelwette hat eine Quote; eine Kombinationswette multipliziert die Quoten der Einzelteile. Welche Wettarten die GGL erlaubt, steht im freigegebenen Sportwettprogramm.

Wie lassen sich Favoriten-Quoten auf den Turniersieger lesen?

Eine Dezimalquote drückt die eingepreiste Wahrscheinlichkeit plus Marge aus. Eine Quote von 2,10 entspricht rund 47,6 Prozent eingepreister Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 5,00 entspricht 20 Prozent. Wer aus drei Quoten für den Turniersieger die Marge berechnen will, addiert die Kehrwerte – was über 1,0 hinausgeht, ist die Marge des Marktes.

Dürfen lizenzierte Anbieter Livewetten auf WM-Spiele anbieten?

Ja, aber eingeschränkt. Während eines laufenden Spiels darf nur auf das Gesamtergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche seltene Komponente gewettet werden – nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball nein. Wetten auf laufende Spiele sind Teil des freigegebenen Sportwettprogramms.

Nur bei Anbietern, die in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Wer dort nicht steht, bietet ohne Erlaubnis an – unabhängig von Lizenzen aus anderen Ländern. Die Whitelist ist die einzige verlässliche Quelle, mit Stand 02.10.2026.

Warum nehmen lizenzierte Anbieter in Deutschland keine Kryptowährungen an?

§ 6b Abs. 4 GlüStV lässt nur Einzahlungen von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen zu; Kryptowährungen fallen nicht darunter, ebenso wenig anonyme Prepaid-Lösungen. Wer mit Kryptowährungen wetten will, muss zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wechseln – und gibt damit OASIS, LUGAS und die deutsche Aufsicht auf.

Wann und wo findet die nächste Fußball-Weltmeisterschaft statt?

Die WM 2030 wird in Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet, die WM 2034 in Saudi-Arabien. Die FIFA richtet das Turnier alle vier Jahre aus; eine Erweiterung des Teilnehmerfelds jenseits der 48 Mannschaften ist nicht angekündigt.

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