Die besten Buchmacher in Deutschland – wer auf der Whitelist steht und was er kostet
Wer in Deutschland Sportwetten setzen will, kommt an einer Liste nicht vorbei: der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Wer dort nicht steht, ist nach dem Glücksspielstaatsvertrag unerlaubt – mit allen Folgen, die im Vergleich zwischen erlaubten und nicht erlaubten Anbietern sichtbar werden. Zehn Anbieter, die auf der Whitelist geführt werden, zeigen beispielhaft, was Erlaubnis, Quote, Steuer und Schutzregeln für die Wette selbst bedeuten.

Stand der Daten: 18.10.2026, geprüft gegen die Whitelist der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) und gegen die Bedingungen der genannten Anbieter.
Was ein Buchmacher ist – und was er in Deutschland sein darf
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festen Quoten an und zahlt den Gewinn nach dem offiziellen Ende des Ereignisses aus. Er legt die Quoten selbst fest und baut in jede Quote eine Marge ein – den Anteil, den er von jedem eingesetzten Euro behält, egal wer gewinnt. Was wie ein neutraler Preis aussieht, ist also bereits eine Wette gegen den Kunden: je höher die Marge, desto weniger Quote für den Spieler.

In Deutschland trennt das Gesetz sauber zwischen dem Wettanbieter, der nach dem Glücksspielstaatsvertrag eine Erlaubnis braucht, und dem Buchmacher im engeren Sinne, der im Rennwett- und Lotteriegesetz als Buchmacher für Pferdewetten definiert ist. Umgangssprachlich wird jeder Sportwetten-Anbieter Buchmacher genannt – auf dieser Seite ebenfalls, weil der Suchbegriff genau das meint. Rechtlich zählt nur die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags.
Die Erlaubnis erteilt seit dem 1. Juli 2021 die GGL in Halle. Sie führt die bundesweite Whitelist nach § 9 Abs. 8. Wer dort nicht steht, darf in Deutschland keine Sportwetten anbieten – auch nicht über eine Malta- oder Curaçao-Lizenz, die in Deutschland keine Wirkung entfaltet. Der Markt, den ein deutscher Kunde nutzen kann, ist also kleiner als die Werbung vermuten lässt.
Rechtslage: was erlaubt ist und was nicht
Seit Juli 2021 ist der Sportwettenmarkt in Deutschland neu geordnet. Die GGL vergibt bundesweit gültige Erlaubnisse, die Voraussetzungen sind im Glücksspielstaatsvertrag und im Geldwäschegesetz geregelt. Drei Punkte entscheiden, ob ein Anbieter erlaubt ist:

- Whitelist-Eintrag. Die Whitelist der GGL ist die einzige verbindliche Quelle. Stand 2. Oktober 2026 führt sie 30 Einträge – 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich für Pferdewetten) und drei weitere für Pferdewetten allein. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein beweist allerdings noch nichts: maßgeblich ist allein der Eintrag in der Whitelist.
- Erlaubnis-Dauer. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist zeigt nur das Ausstellungsdatum, kein Enddatum – wer eine Folgeerlaubnis erhalten hat, ist dort ebenfalls sichtbar.
- Aufsicht. Die GGL beaufsichtigt die erlaubten Anbieter, kann Bußgelder verhängen (§ 28a) und greift bei Verstößen mit Verbots-, Zahlungs- und Netzsperren durch (§ 9).
Wer ohne diese Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Strafrechtlich kann das Organisieren solcher Angebote nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, das Bewerben mit bis zu einem Jahr. Für einzelne Spieler ist die Lage weniger eindeutig: § 285 StGB sieht bis zu sechs Monate vor, doch verfolgt werden einzelne Teilnehmer nach derzeitigem Stand nicht.
Vor dem Bundesgerichtshof läuft seit 2024 ein Verfahren, das die Frage aufwirft, ob Spieler von einem nicht erlaubten Anbieter wie Tipico verlorene Einsätze zurückfordern können. Der BGH hat die Sache dem EuGH vorgelegt (Az. I ZR 90/23, Vorlage vom 25. Juli 2024). Der Generalanwalt Nicholas Emiliou hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet werden – eine Garantie ist das nicht, und ein EuGH-Urteil steht aus. Wer bei einem nicht erlaubten Anbieter spielt, spielt ohne deutsche Aufsicht und ohne OASIS- oder LUGAS-Schutz.
Spielerschutz: OASIS, LUGAS und das 1.000-€-Limit
Der Glücksspielstaatsvertrag setzt drei Schutzmechanismen, die jeden erlaubten Anbieter betreffen:
- OASIS ist die zentrale Sperrdatei nach §§ 8, 8a. Jeder Anbieter prüft bei Registrierung und Login, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer einmal gesperrt ist, kann sich nicht einfach bei einem anderen Anbieter anmelden.
- LUGAS ist die Limitdatei nach § 6c. Das gemeinsame Einzahlungslimit liegt seit Juli 2021 bei 1.000 € im Kalendermonat, gemessen über alle Anbieter hinweg. Eine Erhöhung ist nur möglich, wenn der Anbieter einen wirtschaftlichen Nachweis erhält – eine Selbsterklärung reicht nicht. Bis zu 10.000 € dürfen es für den Einzelnen sein, in einem eng begrenzten Rahmen (1 % der aktiven Spieler) bis 30.000 €. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen Karenzzeit. Die Aktivitätsdatei nach § 6h verhindert Parallelspielen: wer bei einem Anbieter eingeloggt ist, darf bei keinem zweiten spielen.
- Panikbutton nach § 6i Abs. 3: jeder Kunde kann eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslösen – direkt im Konto, ohne Begründung, ohne Wartezeit.
Dazu kommt die Pflicht zur vollen Verifizierung nach § 6a: ein Konto pro Anbieter, persönliche Identität und Wohnsitz in Deutschland, Zahlungen ausschließlich vom eigenen Konto bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut (§ 6b Abs. 4). Vor der vollständigen Verifizierung darf höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € gespielt werden, Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind verboten – das ist der Mechanismus, der Bitcoin, Krypto-Wallets und anonyme Prepaid-Karten aus den erlaubten Angeboten aussperrt.
Was das für die Wette bedeutet: ein erlaubter Anbieter nimmt dem Spieler die Möglichkeit, sich selbst zu schützen, nicht ab, aber er baut die Leitplanken ein. Ein unerlaubter Anbieter baut sie nicht ein – wer dort spielt, verzichtet freiwillig auf jeden dieser Schutzschalter.
Krypto und Anonymität: warum das nicht in die Whitelist passt
Kryptowährungen wie Bitcoin, anonyme E-Wallets und Prepaid-Lösungen ohne namentliche Zuordnung passen nicht in das deutsche Modell. Der Grund steht in § 6b Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags: Zahlungen müssen von einem Konto stammen, das auf den eigenen Namen bei einem Institut lautet, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Was sich einer Bank oder einem regulierten Zahlungsdienstleister nicht zuordnen lässt, fällt durch.
Konsequenz: kein erlaubter deutscher Anbieter nimmt Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen entgegen. Wer bei einem Krypto-Buchmacher spielt, verlässt den Schutz des GGlücks – kein OASIS, kein LUGAS, keine 1.000-€-Grenze, keine Auszahlung nach fünf Werktagen, kein Insolvenzschutz des Spielerguthabens. Die Werbung mit „anonymen Wetten ohne Verifizierung“ trifft einen Nerv, aber sie beschreibt kein deutsches Angebot.
Wer Wert auf Diskretion legt, hat sie bei erlaubten Anbietern trotzdem: die Daten landen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, die Auszahlung erfolgt binnen fünf Werktagen nach Kontoschließung (§ 6b Abs. 6-7) ohne Gebühr, und OASIS-Einträge sind ebenso wenig öffentlich wie Kontodaten.
Boni und Gratiswetten: was ein Bonus wirklich kostet
Boni und Gratiswetten sind Werbung der Anbieter, keine Pflicht. Der Glücksspielstaatsvertrag setzt weder eine Obergrenze für die Höhe noch für die Umsatzbedingungen. Was ein Bonus kostet, schreibt der Anbieter selbst in seine Teilnahmebedingungen – und genau dort entscheidet sich, ob ein Bonus günstig ist.
Drei Begriffe tauchen in jeder Bonusbedingung auf:
- Umsatzbedingung. Wie oft muss der Bonus – oder Bonus plus Einzahlung – zu einer Mindestquote umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Wer hier nicht aufpasst, spielt länger als geplant und verliert dabei gegen die Marge jedes Markts, auf dem er umsetzt.
- Mindestquote. Welcher Kurs reicht, damit der Einsatz zählt? Eine Mindestquote von 1,50 schließt die risikoreichsten Außenseiter aus, eine Mindestquote von 2,00 erzwingt Kombinationen und erhöht den Umsatzaufwand merklich. Eine niedrige Mindestquote klingt kundenfreundlich, ist aber nur ein Teil der Rechnung.
- Frist. Wie viele Tage hat der Spieler, um die Bedingung zu erfüllen? Eine 14-Tage-Frist ist eng, eine 90-Tage-Frist ist großzügig.
Ein Beispiel macht den Mechanismus greifbar: Wer 100 € Bonus erhält, muss diesen Betrag 6-mal zu einer Mindestquote von 1,80 umsetzen. Das sind 600 € Umsatz – etwa 12 Einzelwetten à 50 € bei Quote 2,0 oder 30 Wetten à 20 €. Bei einer durchschnittlichen Markt-Marge von 5 % kostet das etwa 30 € an erwartetem Verlust, bevor der Bonus überhaupt als Gewinn auf dem Konto steht. Der „100-%-Bonus“ ist also kein Geschenk; er ist ein Vorschuss, der mit Zinsen – den Marktmargen – zurückgezahlt wird.
Eine zweite Sorte, die Gratiswette (Freebet), funktioniert anders: der Einsatz wird im Erfolgsfall nicht zurückgezahlt, nur der Reingewinn. Eine 10-€-Gratiswette auf Quote 3,0 bringt dem Spieler 20 € Gewinn, nicht 30. Auf einer Quote von 2,0 sinkt der Erlös auf 10 €. Wer eine Gratiswette einlöst, sollte deshalb die Quote nutzen, auf die der Markt eine realistische Chance einräumt – nicht die höchstmögliche, sondern die mit vertretbarem Risiko.
Vorsicht bei zwei beliebten Worten: „risikofrei“ und „best quote“. „Risikofrei“ heißt in den meisten Fällen, dass die erste Wette als Gratiswette zurückkommt, nicht als Bargeld; der Spieler muss erneut wetten, um das Geld zu sehen. „Beste Quote“ bezieht sich auf den Moment der Platzierung – wer später schließt, kann die Quote verlieren. Beide Begriffe stehen in den Bedingungen, der Marketing-Text steht darüber.
Zahlungen und Auszahlungsgeschwindigkeit
Welche Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Entscheidung – der Glücksspielstaatsvertrag schreibt keine Methode vor, nur den Rahmen: Konto auf den eigenen Namen, kein anonymer Weg. Innerhalb dieses Rahmens zeigen sich im Vergleich die Unterschiede: PayPal ist bei vielen Anbietern verfügbar, Trustly ebenfalls, Kreditkarten, Klarna, Skrill, die paysafecard und Zimpler ergänzen das Bild. Ein Anbieter, der nur die Banküberweisung anbietet, ist nicht unsicherer – nur langsamer bei der Auszahlung.
Die Auszahlungsgeschwindigkeit hängt von zwei Stellschrauben ab: der Bearbeitungszeit des Anbieters und der Laufzeit des Zahlungswegs. E-Wallets wie PayPal und Skrill zeigen das Geld oft innerhalb von 24 Stunden, Trustly am selben Tag, Banküberweisungen brauchen ein bis drei Werktage, Kreditkarten zwei bis fünf. Was im Werbeversprechen „sofort“ klingt, ist in der Praxis die Zeit zwischen Klick und Anzeige im Konto – sie sagt nichts darüber, ob der Anbieter die Auszahlung vor der Bearbeitung hält.
Gebühren: erlaubte Anbieter berechnen für die Auszahlung in der Regel nichts, sofern der Spieler mit derselben Methode auszahlt, mit der er eingezahlt hat. Ein Wechsel der Methode kostet manchmal eine Bearbeitungsgebühr; wer auf eine andere Währung als Euro auszahlt, zahlt die Wechselkursmarge der Bank. Die Wettsteuer, die der Anbieter für die Behörde abführt, ist eine eigene Position und wird im nächsten Abschnitt behandelt.
Live-Wetten und Cash Out
Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses erlaubt, allerdings stark eingeschränkt: nach § 21 Abs. 4 darf nur auf das Endergebnis gewettet werden oder – in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind – auf das nächste Tor, den nächsten Satz, das nächste ähnliche Ereignis. Nächstes Tor im Fußball geht, nächster Punkt im Tennis nicht, nächster Korb im Basketball nicht. Das ist die Spielart der „Mini-Live-Märkte“, die ein deutscher Kunde bei einem erlaubten Anbieter sieht: weniger Auswahl, dafür innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
Cash Out ist keine Pflicht des Anbieters, sondern eine freiwillige Funktion. Der Anbieter kauft dem Spieler die offene Wette zu einem selbst kalkulierten Kurs ab – in der Regel schlechter als der faire Wert, weil der Anbieter auch hier eine Marge einkalkuliert. Cash Out hilft, wenn ein Spiel kippt und der Spieler den aktuellen Stand absichern will; sie kostet aber Marge, und ein konsequenter Vergleich mit dem Markt zeigt, ob der angebotene Kurs angemessen ist.
Was bei Live-Wetten erlaubt bleibt: Wetten vor dem Spiel, Wetten auf das Endergebnis, einzelne Komponentenwetten bei seltenen Ereignissen. Was untersagt ist: Wetten auf das nächste Ereignis in Sportarten, in denen solche Ereignisse häufig vorkommen, Wetten auf regelwidriges Verhalten und auf dessen Sanktionierung sowie Wetten auf Ereignisse mit überwiegend minderjährigen oder Amateur-Teilnehmern – in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga dazu. E-Sport-Wetten sind in Deutschland nicht erlaubt: die GGL erkennt E-Sport nicht als Sport an, ein entsprechendes Wettprogramm ist nicht zugelassen.
Tipps, Favoriten und Strategien
Buchmacher-Tipps, Favoritenrollen, Turnier-Vorhersagen – alles, was im Netz zu „WM-Favorit“, „EM-Tipps“ oder „Bundesliga-Prognose“ angeboten wird, ist eine Einschätzung aus Form, Quoten und Bauchgefühl. Es ist keine Prognose im strengen Sinne, weil ein Sportergebnis nicht vorhersagbar ist. Wer nach diesen Tipps wettet, wettet gegen die Marge – und die Marge gewinnt auf Dauer, wenn der Spieler seine Wetten nicht selbst begründet.
Das ist der Punkt, an dem Strategie ins Spiel kommt. Wer Quoten vergleicht, Favoritenrollen versteht und auf Märkten wettet, auf denen die Marge niedrig ist, schlägt sich besser als jemand, der auf einen Tipp aus dem Netz vertraut. Es gibt keine Strategie, die sicher gewinnt – jede Wette ist eine Wette gegen die Quote, und die Quote enthält den Vorteil des Anbieters. Was es gibt, ist ein disziplinierter Umgang mit dem eigenen Geld: Bankroll-Management, dokumentierte Wetten, kein Jagen von Verlusten, klare Grenze nach oben.
Favoritenrollen bei WM 2026 oder EM 2028 sind Einschätzungen der Buchmacher, oft auf Basis eigener Modelle. Eine niedrige Quote auf den Turnierfavoriten bedeutet: viele Wetten platzieren auf ihn, der Anbieter passt die Quote an das eigene Risiko an. Wer als Spieler die Quote zu seinem Vorteil nutzen will, sucht die Quote, die von der Mehrheit abweicht – die sogenannte Außenseiter-Wette. Sie gewinnt seltener, zahlt aber im Erfolgsfall mehr, als es die Wahrscheinlichkeit hergibt. Das ist keine Sicherheit; es ist ein Muster.
Quoten, Einzel- und Kombiwetten
Die Quote ist das Verhältnis von Einsatz zu Auszahlung. Bei einer Quote von 2,10 zahlt ein 10-€-Einsatz im Erfolgsfall 21 € zurück – 10 € Einsatz, 11 € Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Wetten: zwei Wetten zu 2,10 ergeben eine Kombiquote von 4,41, drei Wetten zu 1,80 ergeben 5,83. Was wie ein Vorteil klingt, hat einen Preis: die Marge jeder Einzelwette schlägt in der Kombination mehrfach durch, der Gesamtnachteil wächst mit jeder hinzugefügten Auswahl.
Eine Heinz-Wette kombiniert 15 Wetten aus sechs Auswahlen in jeder möglichen Zweier-, Dreier-, Vierer- und Fünfer-Kombination. Eine Super-Heinz ergänzt die Sechser-Kombination. Eine Goliath-Wette geht noch weiter und kombiniert 247 Wetten aus acht Auswahlen. Solche Systeme verteilen das Risiko auf viele kleine Kombinationen – wer den Systemgedanken versteht, kann mit einer einzigen getroffenen Auswahl einen Teil des Einsatzes retten. Wer ihn nicht versteht, zahlt für 247 Wetten den 247-fachen Einsatz, ohne zu wissen, welche Kombination am Ende zählt.
Was die Quote über den Anbieter verrät: die Marge. Die Auszahlungsquote eines Markts ist 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …) für alle Ausgänge. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit zwei Quoten von 1,90 errechnet sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % – und damit eine Marge von etwa 5 %. Diese 5 % sind der Anteil, den der Anbieter von jedem Euro behält. Eine Quote von 1,95 auf beiden Seiten ergäbe etwa 97,4 % Auszahlung, eine Marge von etwa 2,6 %. Eine Quote von 1,85 auf beiden Seiten ergäbe etwa 92,7 %, eine Marge von etwa 7,3 %.
Was das in Euro heißt: ein Rechenbeispiel
Eine Zwei-Wege-Wette mit zwei Quoten von 1,90:
- Auszahlungsquote: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,95 – also rund 95 %.
- Marge: 100 % − 95 % = 5 %.
Anders gesagt: Von 100 € Einsatz zahlt der Markt langfristig 95 € an die Spieler zurück – und der Anbieter behält 5 €. Bei einer Kombiwette aus zwei Auswahlen mit Quoten 1,90 × 1,90 = 3,61 ergibt sich eine faire Quote von 3,61 und ein Auszahlungsanteil, der durch beide Einzelmargen reduziert ist. Wer drei Auswahlen kombiniert, akzeptiert einen kombinierten Nachteil von etwa 14 %, bei vier Auswahlen sind es etwa 19 % – die Quote sieht groß aus, der Erwartungswert sinkt mit jeder Auswahl.
Dieses Rechenbeispiel zeigt die Mechanik; es ist keine Empfehlung. Wer die Mechanik versteht, sieht, warum ein „Boost“ auf eine Kombiwette selten den Verlust durch die kombinierten Margen ausgleicht.
Sportarten und Turniere: was lizenzierte Anbieter abdecken
Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, American Football, Boxen, Darts – die großen Sportarten decken alle erlaubten Anbieter ab. Die Breite des Wettprogramms unterscheidet sich: wer auf Turniere unterhalb der Profiligen wetten will, hat weniger Auswahl, weil Amateurereignisse unterhalb der 3. Liga im Fußball nach GGL-Praxis nicht ins Wettprogramm gehören. NFL-Wetten gibt es bei mehreren Anbietern, Darts-Wetten ebenso. Eishockey und Basketball sind Standard. E-Sport ist die Ausnahme: in Deutschland nicht zugelassen.
Turniere wie die Fußball-WM 2026 oder die Fußball-EM 2028 werden von allen großen Anbietern begleitet – mit Handicap-Wetten, Torwetten, Ergebniswetten, Langzeitwetten auf den Turniersieger. Eine WM 2026 Wette ist vor Turnierbeginn und während des Turniers verfügbar; Live-Wetten sind, wie oben beschrieben, auf Endergebnis und seltene Ereignisse beschränkt. Die Zahl der Auswahlmärkte ist bei diesen Turnieren am größten, die Marge oft am niedrigsten – ein Markt, auf dem Anbieter um Volumen konkurrieren.
Pferdewetten sind ein Sonderfall: sie werden auf der Whitelist separat geführt, einige Anbieter haben eine zusätzliche Pferdewett-Erlaubnis. Wer Pferdewetten sucht, findet sie meist nur bei Anbietern, die diese zweite Erlaubnis haben – nicht jeder Sportwetten-Anbieter deckt sie ab.
Neue Buchmacher: was bei einem neuen Namen zu prüfen ist
Ein neuer Name auf dem Markt bedeutet nicht automatisch ein neues Angebot: im deutschen Markt gilt ein Anbieter erst dann als erlaubt, wenn er auf der Whitelist steht. Die Erlaubnis wird von der GGL geprüft und erteilt; ein Eintrag erscheint mit Ausstellungsdatum, eine Folgeerlaubnis kennzeichnet eine verlängerte oder erneuerte Genehmigung. Wer einen neuen Buchmacher ohne Whitelist-Eintrag sieht, sollte davon ausgehen, dass er in Deutschland keine Sportwetten anbieten darf.
Die Liste der Whitelist ist keine Empfehlung – sie ist die Definition dessen, was erlaubt ist. Neue Anbieter, die dort erscheinen, durchlaufen dasselbe Verfahren wie etablierte: vollständige Verifizierung, eigene Zahlungskonten, OASIS-Anbindung, LUGAS-Anbindung. Die Werbung mit „frisch auf dem Markt“ oder „exklusiv in Deutschland“ hat rechtlich keine Bedeutung, solange die Whitelist-Erlaubnis fehlt.
Wie Wettanbieter funktionieren: vom Quotenfestlegen bis zur Auszahlung
Ein Buchmacher legt die Quoten fest, kalkuliert die Marge ein, nimmt die Wetten an und wickelt sie nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ab. Was im Marketing als „Wetten mit dem Anbieter“ beschrieben wird, ist die Beziehung: der Spieler wettet gegen den Anbieter, nicht gegen andere Spieler. Die Quoten sind kein Marktpreis im ökonomischen Sinn – sie sind ein Angebot des Anbieters, das er jederzeit anpassen kann.
Die Auszahlung erfolgt erst nach dem offiziellen Ende. Bei einem Fußballspiel ist das der Schlusspfiff des Schiedsrichters, bei einem Tennis-Match der Matchball, bei einem Pferderennen das Zieleinlauf-Bild. Was vorher passiert – eine Wettabgabe, eine Cash-Out-Anfrage, ein Quotenwechsel – berührt den Anspruch auf Auszahlung nicht. Was nachträglich passiert – ein Spielabbruch, eine nachträgliche Disqualifikation – hängt von der Auswertung des Veranstalters ab; die Bedingungen regeln, wann eine Wette als „gewonnen“ gilt.
Der Wettschein – digital oder ausgedruckt – listet die Auswahl, die Quote, den Einsatz und den potenziellen Gewinn. Eine Kombiwette zeigt alle Auswahlen, eine Systemwette zeigt zusätzlich die Kombinationsmöglichkeiten. Was der Spieler auf dem Wettschein sieht, ist verbindlich – eine Annahme zum Zeitpunkt der Wettabgabe, mit den Quoten, die der Anbieter in diesem Moment gesetzt hat. Wer später die Quote prüft und sie niedriger findet, hat Pech: die Quote gilt zum Zeitpunkt der Annahme, nicht rückwirkend.
Die zehn erlaubten Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle ordnet zehn Anbieter, die am 2. Oktober 2026 auf der GGL-Whitelist stehen, nach Whitelist-Status und Datum der Sportwetten-Erlaubnis. Die Daten stammen aus der Whitelist der GGL. Eine „Folgeerlaubnis“ steht in der Tabelle, wenn die Whitelist eine solche ausweist.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betway | Erlaubnisinhaberin Betway Limited; auf der Whitelist für Betway | 09.03.2021; Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Tipico | Erlaubnisinhaberin Tipico Co. Limited; auf der Whitelist für Tipico | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| bwin | Erlaubnisinhaberin bwin (Deutschland) Limited; auf der Whitelist für bwin | 30.06.2021; Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| Interwetten | Erlaubnisinhaberin Interwetten Gaming Limited; auf der Whitelist für Interwetten | 02.11.2020; Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Admiral Bet | Erlaubnisinhaberin Greentube Betting Malta Limited; auf der Whitelist für Admiral Bet | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| Bet-at-home | Erlaubnisinhaberin Bet-at-home.com Internet Limited; auf der Whitelist für Bet-at-home | 02.11.2020; Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| NEO.bet | Erlaubnisinhaberin Greenvest Betting Limited; auf der Whitelist für NEO.bet | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Merkur Bets | Erlaubnisinhaberin Merkur Bets Malta Limited; auf der Whitelist für MERKUR BETS | 06.11.2023 |
| Winamax | Erlaubnisinhaberin WINAMAX (Société anonyme); auf der Whitelist für Winamax | 29.06.2021; Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
| Tipwin | Erlaubnisinhaberin Tipwin Limited; auf der Whitelist für Tipwin | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 27.12.2022 und 09.01.2024 |
Vier weitere Anbieter sind ebenfalls auf der Whitelist geführt – Betano, LeoVegas, VBet, DAZN Bet, 888sport, bet365 und ODDSET – sie stehen nicht in der Tabelle, weil das Raster auf zehn Plätze begrenzt ist. Sie sind ebenfalls erlaubt; ihre Aufnahme ändert nichts an der Bewertung der zehn hier gelisteten Anbieter. Eine Garantie für eine bestimmte Quote, einen bestimmten Bonus oder eine bestimmte Auszahlungszeit gibt die Whitelist nicht – sie bescheinigt nur die Erlaubnis zum Anbieten.
MERKUR BETS
Merkur Bets tritt als Sportwetten-Angebot der Merkur-Gruppe auf, die in Deutschland vor allem für Spielhallen bekannt ist. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 6. November 2023; die Marke versteht sich als stationär verwurzelt, der Online-Auftritt ergänzt das Wettgeschäft in den Filialen. Wer einen Anbieter mit klassischem deutschem Hintergrund sucht, ist hier richtig. Wer ein riesiges Live-Programm erwartet, sollte die Auswahl vor der Anmeldung prüfen.
Betway
Betway ist auf der Whitelist seit dem 9. März 2021 – eine der frühen Erlaubnisse nach Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags. Der Anbieter bringt Erfahrung aus mehreren europäischen Märkten mit und gilt im Wettprogramm als breit aufgestellt. Was Betway von anderen unterscheidet, ist die Kombination aus großer Sportauswahl und stabiler App – beides Punkte, die im Vergleich regelmäßig genannt werden. Für Spieler mit hohem Wettvolumen ist die Quote das entscheidende Merkmal; im Schnitt liegt Betway auf dem Niveau der Top-Anbieter.
Tipwin
Tipwin ist ein Familienunternehmen mit Geschäftsführer Dr. Damir Böhm. Die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 9. Januar 2024 erteilt. Tipwin ist im deutschen Markt vor allem als Wettanbieter für Fußball und Tennis präsent, das Wettprogramm ist solide, aber nicht so breit wie bei den ganz großen Anbietern. Wer einen deutsch geprägten Anbieter mit persönlicher Note schätzt, ist hier richtig.
888sport
888sport gehört zur 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die seit September 2005 an der Londoner Börse notiert ist. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 30. Juni 2021. Die Marke steht für ein umfassendes Wettprogramm und ein Casino-Angebot unter demselben Dach. Für Spieler, die Sport und Casino bei einem Anbieter bündeln wollen, ist 888sport eine Option; wer nur Sportwetten sucht, hat genug Auswahl im Markt.
Betano
Betano wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited aus Malta betrieben – die österreichische Konzernmutter Stoiximan hat die Lizenz im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erhalten. Die Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021, eine Folgeerlaubnis wurde am 16. Dezember 2022 erteilt. Betano ist im deutschen Wettmarkt einer der Anbieter mit dem aktivsten Marketing – Boni, Quoten-Aktionen, Live-Wetten. Wer einen Anbieter mit häufigen Aktionen sucht, wird hier fündig.
LeoVegas
LeoVegas ist in Deutschland seit dem 21. Oktober 2024 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist. Die Marke kommt aus dem Casino-Bereich und hat das Sportwetten-Angebot erst später aufgebaut. Das Wettprogramm ist schmaler als bei den etablierten Sportwetten-Anbietern, dafür ist die App für mobile Wetten optimiert. Wer einen Anbieter mit starker Casino-Komponente und moderner App sucht, ist hier richtig.
NEO.bet
NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited betrieben; die Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 22. Dezember 2022 erteilt. NEO.bet positioniert sich als Anbieter mit Fokus auf Fußball und einer übersichtlichen Plattform. Für Spieler, die ein reduziertes Wettprogramm mit klarer Struktur suchen, ist NEO.bet eine Option.
VBet
VBet wird von der SCGO Limited aus Malta betrieben; die Erlaubnis besteht seit dem 5. Dezember 2023. Der Anbieter ist auch unter der Domain maxi333.de für virtuelle Automatenspiele auf der Whitelist. VBet bringt Erfahrung aus anderen Märkten mit und baut das deutsche Angebot schrittweise aus. Für Spieler, die auf einen Anbieter mit internationalem Hintergrund setzen, ist VBet eine Option.
Winamax
Winamax hat seine Erlaubnis am 29. Juni 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erhalten; die Folgeerlaubnis folgte am 8. Dezember 2022. Der Anbieter kommt aus dem Poker-Bereich und hat das Sportwetten-Angebot als Ergänzung aufgebaut. Die Stärke liegt im Poker; wer Sportwetten mit Poker kombinieren will, findet hier ein Paket.
Tipico
Tipico hat seinen Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 gegründet. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 9. Dezember 2022 erteilt. Tipico ist im deutschen Markt einer der bekanntesten Namen – sichtbar in Werbung, Stadtbild, Sport-Sponsoring. Was das für den Spieler heißt: ein Anbieter mit großer Bekanntheit, breitem Wettprogramm und dem typischen Mix aus Bonus, Quote und App. Das laufende BGH-Verfahren ändert nichts an der Erlaubnis – es betrifft die zivilrechtliche Frage, ob Spieler von einem nicht erlaubten Anbieter verlorene Einsätze zurückfordern können, und richtet sich gegen die Zeit vor der Whitelist-Erlaubnis.
Wettsteuer: wer zahlt, und wie wirkt sie sich aus
Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16-25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – rechnerisch also etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, entscheidet der Anbieter selbst.
In der Praxis gibt es zwei Modelle: Der Anbieter zieht die Steuer vom Einsatz ab und wettet den Nettobetrag – aus 100 € Einsatz werden 94,97 € gewettet, und die Quote wirkt auf diesen Nettobetrag. Oder der Anbieter zieht die Steuer vom Gewinn ab – der Spieler sieht seine Quote auf den Bruttoeinsatz, der Gewinn kommt um 5,3 % gemindert auf dem Konto an. Beide Wege führen zum gleichen Netto-Ergebnis für den Anbieter, aber zu unterschiedlichen Konsequenzen für den Spieler: Im ersten Modell verliert der Spieler auch dann, wenn die Wette „nur“ aufgeht und kein Gewinn entsteht; im zweiten Modell verliert er nur im Gewinnfall.
Was die Werbung mit „ohne Wettsteuer“ bedeutet: Einige Anbieter werben damit, dass sie die Steuer nicht an den Kunden weitergeben – sie tragen sie selbst, weil sie sich davon Wettbewerbsvorteile versprechen. Das ist legal und keine Falle, aber es bedeutet nicht, dass der Anbieter keine Steuer zahlt; es bedeutet, dass er die 5,3 % aus seiner Marge trägt. Für den Spieler heißt das: Die Quote ist brutto, der Gewinn kommt vollständig auf dem Konto an.
Werbung, Sponsoring und Boni im rechtlichen Rahmen
Werbung für Glücksspiel ist nach § 5 Abs. 7 nur den Erlaubnisinhabern erlaubt. Die 6- bis 21-Uhr-Sperre für Werbung (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten drei zusätzliche Regeln: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung eines Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Was das für die Werbung bedeutet: ein Sportwetten-Anbieter darf tagsüber werben, abends ebenso, im Fernsehen und im Internet – solange er die Live-Übertragungs-Regel einhält und keine Sportler zeigt. Die Sportwetten-Bonusangebote unterliegen keiner festen Obergrenze; was ein Anbieter an Bonusbedingungen setzt, ist seine eigene Entscheidung.
Offshore und unerlaubte Anbieter: warum die Whitelist zählt
Ein Anbieter ohne GGL-Erlaubnis darf in Deutschland keine Sportwetten anbieten – auch nicht mit einer Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan. Die deutsche Erlaubnis ist territorial; sie gilt für Veranstalter, die ihre Wetten an Kunden in Deutschland richten und dafür die deutsche Erlaubnis haben. Wer bei einem solchen Anbieter spielt, hat keinen Anspruch auf OASIS-Schutz, kein LUGAS-Limit, keine Auszahlung nach fünf Werktagen, keinen Insolvenzschutz. Die Frage, ob einzelne Spieler dort verlorene Einsätze zurückfordern können, ist offen – der BGH hat sie dem EuGH vorgelegt, der Generalanwalt hält eine Rückzahlung für möglich, ein Urteil steht aus.
Konsequenzen, die ein Offshore-Anbieter gegenüber einem Whitelist-Anbieter für sich reklamiert: keine OASIS-Sperre, höhere Einzahlungslimits, mehr Live-Wetten, anonymere Zahlungsmittel, andere Bonusbedingungen. Was er nicht bietet: deutsche Aufsicht, deutsche Gerichte im Streitfall, Spielerschutz nach GGlücks. Wer diese Vorteile gegen diese Nachteile abwägt, sollte die gesetzliche Lage im Hintergrund lesen.
Häufige Fragen
Was ist ein Buchmacher, und wie unterscheidet sich ein lizenzierter Anbieter von einem ohne deutsche Erlaubnis?
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festen Quoten an und zahlt Gewinne nach dem offiziellen Ende des Ereignisses aus. In Deutschland braucht er dafür eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 des Glücksspielstaatsvertrags; der Eintrag auf der Whitelist macht diese Erlaubnis sichtbar. Ein Anbieter ohne diesen Eintrag darf in Deutschland keine Sportwetten anbieten – eine Lizenz aus Malta oder Curaçao ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht.
Wie legen Buchmacher ihre Quoten fest, und was bedeutet die eingerechnete Marge?
Die Quote ist das Verhältnis von Einsatz zu Auszahlung; der Anbieter setzt sie selbst und baut eine Marge ein. Die Auszahlungsquote eines Markts berechnet sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …) über alle Ausgänge; die Marge ist 100 % minus diesen Wert. Bei zwei Quoten von 1,90 auf beiden Seiten ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 % – das ist der Anteil, den der Anbieter langfristig behält.
Woran ist anhand der GGL-Whitelist zu erkennen, welche Anbieter in Deutschland erlaubt sind?
Die Whitelist ist auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht. Sie zeigt für jeden Eintrag den Erlaubnisinhaber, die Domain und das Datum der Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis – entscheidend ist allein der Eintrag in der Whitelist mit dem passenden Erlaubnistyp. Wer dort nicht steht, ist im deutschen Markt nicht erlaubt.
Was bedeuten OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Kunden?
OASIS ist die zentrale Sperrdatei – wer dort eingetragen ist, kann sich bei keinem erlaubten Anbieter anmelden. LUGAS ist die Limitdatei mit dem gemeinsamen Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, gemessen über alle Anbieter hinweg. Eine Erhöhung erfordert einen wirtschaftlichen Nachweis durch den Anbieter; ohne Nachweis bleibt es bei 1.000 €. Beide Mechanismen greifen nur bei Anbietern auf der Whitelist.
Wer trägt die Wettsteuer von 5,3 %, und wie wirkt sie sich auf Quote und Auszahlung aus?
Die Steuer schuldet der Veranstalter nach § 19 Rennwett- und Lotteriegesetz, nicht der Spieler. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, rechnerisch etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung: manche ziehen sie vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche tragen sie selbst und werben mit „ohne Wettsteuer“. Für den Spieler entscheidend ist nicht der Werbeversatz, sondern das Nettoergebnis bei seiner Wette.
Vergleich – buchmacherin
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